Deckblatt des Klimagutachtens der Verbandsgemeinde: Hier wird von einer halb so großen Fläche ausgegangen
Knappe Entscheidung im Stadtrat
Das Klimagutachten zur Erweiterung des Gewerbe- und Industriegebietes ging von viel kleineren Flächen aus (siehe beide Bilder). Jetzt wird das zu untersuchende Bebauungsplangebiet doppelt so groß, um die Zufahrt der LKW zu ermöglichen. Unser Antrag im Stadtrat am 6. Oktober 2020 auf Verschiebung der Beschlussfassung aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen , scheiterte leider.
Die anschließende Entscheidung zur Aufstellung des Bebauungsplans für das Teilgebiet „Vor der Haardt“ ging äußerst knapp aus. Die Ratsmitglieder stimmten mit 10:9 Stimmen für die Aufstellung , davon 8 Ja-Stimmen von der SPD.
Wir werden die in Gründung befindliche Bürgerinitiative in den nächsten Wochen unterstützen und begleiten, mit dem Ziel, die Wohnbedingungen (die Häuser sind bereits durch die Nähe der B41 schon sehr verlärmt), nicht noch durch weiteren Lärm und Luftverschmutzung zu verschlechtern. Unser Bad Sobernheim muss um jeden Preis lebens- und liebenswert bleiben.
… aber nicht nur das Landschaftsbild leidet extrem, Polymer frisst Fläche, die so groß ist wie das gesamte Sanierungsgebiet in der Innenstadt. Nur dass dort mit Flächen definitiv sparsamer umgegangen wird. In der vor vierzig Jahren schon tot geglaubten Innenstadt arbeiten heute garantiert mehr als die 30-300 prognostizierten Polymer-Arbeitsplätze auf der „grünen Wiese“, mehr noch, die Fläche der Innenstadt reicht sogar für über 1.000 Bewohnerinnen und Bewohner, dient als Erholungsfläche sowie Lebens- und Aufenthaltsraum.
Polymer hat in der Stadtratssitzung am 25. August 2020 seine Expansionsabsichten vorgestellt.. Das Thema „Nachhaltigkeit bei Industriebetrieben“ beschränkte sich bei Nachfragen auf moderates Stromsparen (eines ansonsten riesigen Stromverbrauchs). Weitere kreative Ansätze für eine nachhaltige Bau- und Betriebsweise wurden nicht vorgestellt. Genau dies hätten sich aber viele Stadtratsmitglieder – auch Befürworter – gewünscht
Viele Fragen, die wir, genau wie unsere grünen Ratskollegen aus den betroffenen Wettbewerbskommunen Idar-Oberstein, Simmern und Warmsroth gestellt haben, sind am 25. August 2020 offengeblieben. Deshalb haben wir am 21. September 2020 Fragen an die Polymer-Holding zum Einfluss des neuen Industriegebietes auf Bad Sobernheim sowie zur Produktion gestellt. [Datei einstellen und Link dazu hier einfügen]. Am 5. Oktober 2020 hat Polymer unsere Fragen beantwortet. [Datei einstellen und Link dazu hier einfügen].Wir sind uns sicher, dass nicht intensiv genug nach Alternativen zu der Industriefläche nördlich der B41 gesucht wurde.
Wir von Bündnis 90/ Die Grünen stehen für eine gesunde Entwicklung von Familienbetrieben, aber nicht um diesen Preis. Wir sind uns sicher, dass es bessere, nachhaltigere Alternativen zur Industriefläche nördlich der B41 gibt.
In diesem Zusammenhang sehen wir auch die starken Befürchtungen der in unmittelbarer Nachbarschaft betroffenen Bevölkerung vor Lärm, schlechter Luft, mehr Hitze im Sommer und der Sicht auf eine hohe Silowand anstatt auf den Soonwald. Wir werden die dortigen Betroffenen auf jeden Fall in Ihren berechtigten Anliegen unterstützen.
Neben der zusätzlichen Flächenversiegelung wird der Sprung über die B41 zu weiterem ungewünschten Flächenfraß führen, sprich…da noch ein Schnellimbiss oder Rasthof, dort noch ein Möbelmarkt…
Wir sind der Auffassung, dass die bisherigen Totschlagargumente „Arbeitsplätze und Gewerbeeinnahmen“ gegenüber den drohenden Verlusten bei Fremdenverkehr, Wellness sowie Landwirtschaft und Weinbau nachrangig sind.
Wir betonen immer wieder: Die Stadt benötigt kleinteiligere Lösungen, also Möglichkeiten, um Dienstleistungen und Start-Up-Lösungen im Zentrum zu fördern. Dort können die Arbeitskräfte zu Fuß, mit dem Rad oder der Bahn ihren Arbeitsplatz erreichen. Bei den Überlegungen der Erweiterung von Polymer muss nicht nur die regionale Brille aufgesetzt werden. Vielmehr muss der neue Expansionsstandort so gewählt werden, dass er im besten Sinne nachhaltig für Mensch und Umwelt ist.
Nachhaltigkeit beginnt bei der Auswahl der Flächen, der Bauweise und der Betriebsabläufe. Nur mit einem nachhaltigen Gesamtkonzept kann Polymer überzeugen und gewinnbringend in die Zukunft investieren.
Während der gesamten Tour oder auch oder bei einzelnen Streckenabschnitten sind Bürgerinnen und Bürger wie auch Pressevertreter:innen herzlich eingeladen, Tabea Rössner zu begleiten und bei den Terminen dabei zu sein. Mehr Infos unter
Dorothea Nold untersucht in ihrem Schaffen das Zusammenspiel von Architektur und urbanen Gesellschaften und setzt sich vor allem kontextbezogen mit der Umwandlung physischer und sozialer Räume auseinander, das ist ein Ausflug nach Bingen zur Skulpturen-Triennale wert.
….“für die Triennale in Bingen (Ausstellung bis 4.10., „Thema Echt und Falsch“) hat Nold eine Arbeit entwickelt, die an eine gewöhnliche Außenwerbung beziehungsweise eine Informationstafel im öffentlichen Raum erinnert. Das „Welterbe-Parkhaus“ bezieht sich dabei auf die Besucherströme zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal und hinterfragt, wie sich Städte heutzutage aktuellen urbanistischen Themen stellen. Das durch die Landesgartenschau 2008 entwickelte Rheinufer ist ein Besuchermagnet, der viele Einheimische, Menschen aus der Region sowie Touristen anzieht und dadurch zu Parkplatzengpässen in der Stadt führt. Zugleich ist Bingen ebenso wie andere Kleinstädte und Mittelzentren gefragt, mit vielfältigen Ansätzen gegen Leerstand im Einzelhandel anzugehen und individuelle Strategien zu entwickeln, um die Innenstadt stärker wiederzubeleben und neue Kunden anzulocken. Dabei stellt sich die Frage, wie eine Parkraumgestaltung, die ebenso den Mobilitätswandel berücksichtigt, in diese Überlegungen mit einbezogen werden kann. …….
Die Autos, die die Künstlerin in das Motiv ihres Schildes eingearbeitet hat, verweisen ihrem Design nach auf die 1970er- und 1980er-Jahre und vermitteln dadurch nicht nur eine eigene Retro-Ästhetik, sondern deuten auch eine Zeit an, in der dem Auto ein höherer, frei von Klimabedenken geprägter Stellenwert zugeschrieben wurde und die autogerechte Stadt oft noch die Prämisse des Städtebaus war. Für die visuelle Vorlage des dargestellten Parkhauses hat die Künstlerin ein Modell aus Keramik, Pappe und Stoff geschaffen, dieses abfotografiert und am Computer mit Fotomontage erweitert.
Nold erforscht mit ihren Keramiken die Möglichkeiten des Skulpturalen und untersucht anhand dessen nicht nur, wie Formen und Strukturen den Menschen prägen, sondern auch inwiefern diese der Architektur als Anstoß dienen können, um ästhetische und soziopolitische Fragen zu behandeln. Mit dem „Welterbe-Parkhaus“ regt die Künstlerin zum Nachdenken über mögliche Lösungen für die städtebaulichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts an und fordert dazu auf, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Was vorher schon galt, ist für viele kleine Einzelhändler und Restaurantbetriebe in unserer Verbandsgemeinde zu Zeiten von Corona überlebensnotwendig geworden. Also Augen auf und statt Amazon und Co. bitte weiter beim örtlichen Einzelhandel einkaufen! Die Werbegemeinschaft haben eine aktuelle Auflistungen über Öffnungszeiten und die Serviceleistungen aufbereitet. Oft kann (zusätzlich) telefonisch bestellt werden, zum Teil wird sogar geliefert! Wie wäre es mit einem Restaurantgutschein oder eine Essenslieferung ? Konkrete Infos für Teile unserer Verbandsgemeinde:
Im Stadtrat von Bad Sobernheim wurde der klimaökologische Begleitplan zur Gewerbeentwicklung Bad Sobernheim vorgestellt. In seinem Fazit ist festzuhalten, dass im Areal des geplanten Industriegebiets eine deutliche Verschlechterung der klimatischen Situation zu erwarten ist. Auch im angrenzenden Siedlungsraum (hier v.a. für das Wohngebiet am Friedhof, aber auch in den Kehrweiden / Im Beilchen ) sind signifikante negative Änderungen des Kaltluftstroms und Temperaturerhöhungen um bis zu 2 Grad Celsius zu verzeichnen.
Bündnis 90/Die Grünen bemängeln, dass bei den Berechnungen der Kaltluftströme und Temperaturerhöhungen nicht wie in anderen Kommunen der Klimawandel schon Berücksichtigung fand. Außerdem stellt sich erneut die Frage, warum bei einem „Begleitplan Gewerbeentwicklung“ nicht weitere Potentialflächen in der Stadt oder Verbandsgemeinde (z.B. Pferdesfeld) betrachtet und verglichen wurden. Trotz der im Fazit beschriebenen „moderaten“ Auswirkungen bleiben die meisten Fragen, die wir gestellt hatten, weiterhin offen. Siehe hierzu auch unseren Beitrag von 2019. Die Presse hat entsprechend berichtet.
In der Mitgliederversammlung am 11.2.2020 haben wir den Vorstand des OV Nahe-Glan ergänzt.
Als gleichberechtigte Vorsitzende wurden Gerald Knöbel und Kai Sommer neu gewählt. Schriftführer ist ab jetzt Peter Wehner-Wöllstein. Kassiererin ist weiterhin Dagmar Lauf. Die sechs Beisitzer bleiben im Amt.
Wir freuen uns immens über diese positive Entwicklung und danken allen sehr für ihre Bereitschaft, für den OV Verantwortung zu übernehmen.
Vielen Dank auch an die scheidenden Vorsitzenden Barbara Bickelmann und Christopher Müller-Dönnhoff!
Kassenwartin: Dagmar Lauf
sowie die Beisitzer: Carina Faupel Walter Walla Ulrich Schug Marianne Goertz Frank Joerg Volker Kohrs
Die Presse hat ausführlich über die Mitgliederversammlung berichtet.
Bei Nebel und Regen waren die Grünen des Ortsverbandes Nahe-Glan unterwegs, um sich über den Stand der Dinge auf dem Grundstück des alten REWE-Marktes in Bad Sobernheim zu informieren. Die Baulücke an prominenter Stelle, in direkter Nachbarschaft historischer Gebäude wie Amtsgericht, alte Synagoge, Hohe Burg und Malteserkapelle erfordert einen gekonnten Umgang mit der alten Bausubstanz. Wie damit umzugehen sei sowie weitere Fragen zur Bebauung dieses Gebietes stellten sich die Grünen vor Ort. Einer Festlegung auf die Art und Größe des Baukörpers, die Anzahl und Lage der Stellplätze, Möglichkeiten des Car-Sharings sowie Ladestationen für Pedelecs und E-Autos sollte auf jeden Fall eine Bedarfsanalyse vorausgehen. Neben einer nachhaltigen urbanen Bebauung spielt v.a. die Qualität der Freiflächen eine große Rolle. Auch die Größe der Wohneinheiten, die entstehen sollen, bzw. eine höhere Flexibilität durch zuschaltbare Räume wurden vor Ort angesprochen. Fragen nach dem Zusammenleben von Jung und Alt, von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen müssen zukünftig viel stärker diskutiert und beantwortet werden.
Insgesamt kamen die Teilnehmenden des Ortstermins aufgrund der hohen Sensibilität des Ortes zu dem Ergebnis, dass ein Architektur-Wettbewerb ausgelobt werden sollte. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch, die umliegenden öffentlichen Räume mit einzubinden.
Zwar sei im kleinen Kreise schon 2016 eine Ideenwerkstatt zur Gymnasialstraße durchgeführt worden und liegen auch erste Bauskizzen für das Gelände vor, allerdings müssen neue Entwicklungen und aktuelle Klimaschutzziele mit in die weitere Entscheidungsfindung einfließen. Auf den vorliegenden Ideen (z.B. „Felke-Stadt der Plätze“) kann aufgebaut werden. Die hier formulierten Fragen und Ideen können im weiteren Beteiligungsprozess und als konkrete Vorgaben für den anschließenden Wettbewerb dienen.
Der neue Verbandsgemeinderat Nahe-Glan ist gewählt. Bei der Bürgermeisterwahl gibt es einen zweiten Wahlgang. Für die Stichwahl hat es leider nicht gereicht. Unser Kandidat, Volker Kohrs (Grüne) erhielt 15,9 Prozent der Stimmen.
Mit fünf Sitzen (12,6%) im zukünftigen Verbandsgemeinderat freuen wir uns, ab Januar 2020 mit Ihnen in der neuen Verbandsgemeinde Nahe-Glan grüne Politik durchzusetzen. Ein herzliches Dankeschön für Ihr Vertrauen!
Nachfolgend das Ergebnis der Verbandsgemeinderat als PDF.